FC: Hallo Svenja. Wir haben gehört, dass du trotz eines Lebens im Rollstuhl sehr oft zu diversen Konzerten unterwegs bist. Kannst du uns vielleicht erklären, wie du generell die Konzerte handhabst und wie du bisher mit den Locations klar gekommen bist?

 

S: Es kommt natürlich immer auf die Location an. Wenn es irgendwo ist, wo ich noch nicht war, stöbere ich erstmal auf der Internetseite, ob es Infos zu Rollstuhl-Podesten bzw. Stufen o.Ä. gibt. Wenn ich da nichts finde, kann man entweder einfach vor Ort nachfragen oder mal hier gucken, ob die Location dabei ist: http://www.new-metal-media.de/Locations%20deutsch.html

Je nachdem wie Rolligeeignet das Ganze dann ist, entscheide ich wie es weiter geht. Entweder frag ich rum, wer helfen könnte oder ich riskiere es und finde im Zweifel vor Ort jemanden. Bei einigen Bands weiß ich auch, dass sie im Zweifel selbst anpacken.

 

FC: Wie kommst du meist zu deinen Konzerten?

 

S: Der Hinweg ist, wenn es geht, mit Öffis oder mit Freunden. Manchmal lass ich mich aber auch von meinen Eltern fahren. Kommt aber natürlich immer darauf an, wie selbstständig man im Rolli noch ist bzw. wieviel man sich selbst zutraut.

 

FC: Wie ist dann der weitere Ablauf, wenn du vor Ort bist? Wirst du als erstes reingelassen?

 

S: Einlass ist immer unterschiedlich. Wenn es sowieso Rollipodeste gibt, ist es egal, wann man reinkommt. Gibt es keines und man möchte vorne stehen, sollte man anfragen, ob man vielleicht etwas früher rein kann. Wird aber auch nicht immer zugelassen. Ebenso wichtig ist es, wenn man eine Begleitperson hat, nachzufragen ob diese durch das "B" im Ausweis freien Eintritt haben oder nicht. Das ist in Deutschland nicht verpflichtend, wird aber meistens so gehandhabt.

 

Ansonsten ist das Wichtigste, dass alle  aufeinander achten, dann gibt es eigentlich sehr entspannte Konzerte.

 

FC: Wie läuft das bei dir, wenn es nach den Konzerten eventuell Autogrammstunden oder Zeit zum Fotos machen gibt? Gibt es da ggf. einen speziellen Ablauf und nehmen die Leute da Rücksicht auf dich?

 

S: Also, wenn es Fotos und Autogramme gibt, ist meistens echt Geduld angesagt. Einige lassen einen vor, andere eben nicht. Manchmal holen einen dann auch die Musiker zu sich, aber das passiert eher mal bei Bands, die man schon besser kennt oder wo man den einen oder anderen privat kennt.

 

FC: Du hattest etwas von Rollstuhlpodesten gesagt. Wo befinden sich diese denn in der Regel so?

 

S: Meistens hinten, leider, aber in kleinen Läden gibt es die in der Regel nicht. (Zeche zum Beispiel hat keine)

 

FC: In Solchen Fällen, wie in Zeche (Bochum) zum Beispiel, kannst du dann überall stehen wo du möchtest?

 

S: Ja da kann man überall stehen... manchmal gibt es dann Rollstuhlplätze, aber das ist eher selten.

 

FC: Vielen Dank Svenja, dass du dir die Zeit genommen hast und von deinen Erfahrungen erzählt hast. 

 

 

!!! Dieses Interview ist an alle Rollifahrer da draußen gerichtet, die sich unsicher sind oder sich bisher nicht getraut haben auf ein Konzert zu gehen. Scheut euch nicht. Es sind viele liebe Menschen dort draußen, die euch helfen können. Daher an dieser Stelle auch (hauptsächlich) eine riesen Bitte an die Mitglieder vom FC... solltet ihr jemanden sehen, der eure Hilfe auf den Konzerten braucht, sprecht sie ruhig an und bietet eure Hilfe an. Getreu dem Motto: Einer für alle, alle für Einen! Vielen Dank. !!!

 

 

 

Vielen Dank noch einmal an Svenja für deine Zeit. Solltet ihr weitere Fragen haben, zögert nicht Svenja direkt anzusprechen. Ihr findet sie auf folgende Facebookseite: Hier

Interview mit Svenja
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